Eduard Stan

 

 

 

 

Eduard  Stan, 1967 als Spross rumänischer Eltern im multikulturellen  Kronstadt in Siebenbürgen geboren, wird von der Frankfurter  Allgemeinen Zeitung als „Pianist  mit eminentem Klangfarbensinn“ bezeichnet. Seit seiner Übersiedlung nach Deutschland im Alter von  elf Jahren gastierte er in den meisten Ländern Europas und den USA.  Seine Auftritte führten ihn an so renommierte Stätten wie z.B.  Carnegie Hall New York, Salle Cortot Paris, Philharmonie und  Konzerthaus Berlin, Concertgebouw Amsterdam, Konzerthaus Wien,  Kennedy Center Washington DC, Auditorio Nacional Madrid, Rudolfinum  Prag, Konserthuset Stockholm, Bozar und Flagey Brüssel, Queen’s  Hall Kopenhagen, Philharmonie Luxemburg, National Concert Hall  Dublin, Musikhalle Hamburg, Gasteig München und Athenäum Bukarest.  Anlässlich seines Londoner Wigmore Hall Debüts würdigte Classical  Source seine Darbietung als „Klavierkunst  von allerhöchster Beherrschung“.

Eduard Stan ist gern gesehener Gast bei internationalen Festspielen wie Festival Massenet, Lille Pianos und Piano à Riom in Frankreich, beim Enescu-Festival in Rumänien, beim Hohenloher Kultursommer und den Braunschweig Classix in Deutschland, dem Festival Mitte Europa in Tschechien, dem Schumann-Festival im irischen Galway und dem Bourglinster-Festival in Luxemburg. 2015 debütierte er beim Julita-Festival in Schweden. Als Solist konzertierte er mit verschiedenen Orchestern in Europa, darunter die Enescu-Philharmonie Bukarest, unter Dirigenten wie Christian Badea, Lutz Köhler, Jin Wang, Shinya Ozaki, Theo Wolters, Ovidiu Balan, Thomas Dorsch, u.a.

 

 

Zu den Höhepunkten in Eduard Stans Konzertkalender 2016 gehören Gastspiele beim Menuhin-Festival in London, bei den „Rencontres Musicales Internationales George Enescu“ in Paris, sowie verschiedene Solorezitals in Deutschland und Österreich im Vorfeld von Soloprojekten in New York im letzten Jahresdrittel. 2015 feierte er solistisch u.a. in Schweden und im Brüsseler Musikinstrumente-Museum große Erfolge. Ferner spielte er im vergangenen Jahr im Duo mit seinem Geiger Remus Azoitei das Eröffnungskonzert der Rumänischen Kulturtage in Edinburgh und ein Rezital im Mailänder Auditorium San Fedele zum Abschluss der Weltausstellung.

Besondere Momente in 2014 waren Auftritte in Kopenhagens Black Diamond, beim Festival Ceresio Estate in Lugano sowie ein vielbeachtetes Solorezital im Rahmen der Konzertreihe „Beethoven Inspires“ in Schwedens Kulturhauptstadt Umeå. In den Jahren zuvor debütierte Eduard Stan beim Sinfonieorchester des Rumänischen Rundfunks in Bukarest mit Brahms’ d-Moll-Klavierkonzert, spielte Rezitals bei der Londoner Enescu Society, im Palacio Fóz zu Lissabon, der Casa da Música in Porto, im Rahmen der Chopin-Serie in Warschau und beim Royal Piano Festival in Krakau. Im Zuge einer umfangreichen Tournee durch Israel, wo er auch eine Meisterklasse abhielt, spielte er u.a. in Jerusalem und Haifa. Kammermusikalisch war er u.a. in der Accademia Santa Cecilia in Rom, im Teatro La Fenice Venedig und in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu hören.

Als  vielseitiger Musiker ist Eduard Stan ein geschätzter  Kammermusikpartner, dem die Zeitschrift The Strad ein  „feines Gefühl des Sich-Zurücknehmens und ein instinktives Gespür  für Klangbalance“ attestiert. So verbindet ihn seit 1998 eine künstlerische  Duo-Partnerschaft mit dem Geiger Remus Azoitei. Zu seinen weiteren  Musizierpartnern gehören u.a. die Geigerin Nina Karmon, der Cellist  Romain Garioud, der Klarinettist Johannes Peitz, die Bratschistin  Aida-Carmen Soanea sowie die Streichquartette Voces, Ad Libitum und  Con Tempo. Als gefragter Liedbegleiter konzertiert er ferner an der  Seite so namhafter Sänger wie Peter Schöne, Rodion Pogossov, Britta  Stallmeister oder Johannes Gaubitz. Bei Genuin erschien 2012 eine CD  mit Liedern des Komponisten Justus Hermann Wetzel, die er gemeinsam  mit dem Bariton Peter Schöne aufgenommen hat.

Für  Hänssler Classic hat Eduard Stan Solo-CDs mit Musik von Bach,  Schubert, Chopin, Liszt, Fauré, Ravel und Debussy eingespielt, die  hervorragende Kritiken erhielten. In Weltersteinspielung erschien bei  diesem Label 2007/08 das Gesamtwerk von George Enescu für Violine  und Klavier auf 2 CDs, zusammen mit seinem Landsmann Remus Azoitei.  Das Projekt erntete vielfach Lobeshymnen und gilt weltweit als  Referenzeinspielung dieses Repertoires. 2010 veröffentlichte  Thorofon eine Chopin-CD, die einen Kritiker veranlasste zu schreiben: „Nur  selten wurde mir in Vergangenheit ein vergleichbarer Hörgenuss  mittels einer CD beschieden, die ganz offensichtlich in einer so  begnadeten Gemütsverfassung eingespielt wurde und mir zugleich  Erinnerungen an so manche Aufnahme großer Meister weckte... Dies  sind Interpretationen, die mich vielfach an den Seelenzustand eines  Pianisten-Vorgängers vom Schlage Wilhelm Kempffs erinnern.“ (Victor Eskenazy)

Seinen  pianistischen Feinschliff erhielt Eduard Stan bei Arie Vardi,  Karl-Heinz Kämmerling und Martin Dörrie an der Hochschule für  Musik und Theater in Hannover, wo er sein Konzertexamen absolvierte.  Wichtige künstlerische Impulse verdankt er Persönlichkeiten wie  Herbert Blomstedt, Matthias Goerne, Paul Badura-Skoda, Karl Engel und  Boris Berman. Eduard Stan lehrte mehrere Jahre an der Musikhochschule  Lübeck und war Initiator und künstlerischer Leiter des  Enescu-Festivals Heidelberg / Mannheim 2005. Für seine Verdienste um  die Verbreitung rumänischer Kultur im Ausland wurde er 2009 wurde  mit dem wichtigen Prometheus-Kulturpreis seines Heimatlandes  ausgezeichnet.

Zum Mindener Programm

Hommage an Dinu Lipatti (1917-1950)

Mit Mitte Zwanzig gehörte der rumänische Pianist Dinu Lipatti zu den führenden Künstlern seiner Zeit. Dieser „zu früh abberufene Engel“ (Joachim Kaiser) besaß als Mensch und Musiker eine ihm eigene Aura, ähnlich wie sein Landsmann, Taufpate und musikalischer Ziehvater, der Komponist George Enescu.

Dinu Lipatti war aber auch ein begabter Komponist, und so erklingen zu Beginn unserer MiMiKo-Klaviertage im Andenken an den 100. Geburtstag dieses legendären Künstlers zwei seiner Eigen­kompositionen, dazu Werke von Brahms, Chopin und Enescu, die Lipatti oft in Konzerten gespielt hat.