Danjulo Ishizaka  

 

Zum Konzert am 28. Oktober 2015

Von großem Format sind nicht nur die Künste des Cellovirtuosen Danjulo Ishizaka, sondern auch die Werke des heutigen Abends. Große Sonaten dreier großer Komponisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Der Böhme Boruslav Martinu verleugnete seine tschechischen Wurzeln nie, wenngleich das geistige und kulturelle Leben in Paris der 20er Jahre einen großen Einfluß auf sein kompositorisches Schaffen ausübte. Die dramatische Flucht aus Europa in die USA 1941 spiegelt sich in seiner zweiten Cellosonate wieder, eine spannende, unruhige, für Martinu so typisch rhythmysierte Musik, hochemotional und packend zugleich. 

Die Cellosonate d-moll op. 40, Schostakowitschs erstes großes Kammermusikwerk und ein Meisterwerk der Celloliteratur schlechthin, läßt es erahnen, welche Schwierigkeiten auf den Komponisten noch zukommen in einer Sowjetunion, welche die Intellektuellen im Lande mehr und mehr als potentielle Gefahr verstand. Der Organist César Franck erlangte erst mit seinen späten Werken, insbesondere der Violinsonate A-Dur, bleibenden Ruhm. Daß dieses großartige Werk mit seinem spätromantischen, symphonischen Charakter auch auf dem „großen Bruder“ der Geige – dem Violon­cello – gut klingt, hat sich unter den Klassikliebhabern längst herumgesprochen...!


Geboren 1979 in Bonn, studierte der Deutsch-Japaner Danjulo Ishizaka von 1998 bis 2004 bei Boris Pergamenschikow an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin. Nach bereits frühen Erfolgen mit 1. Preisen beim Internationalen "Gaspar Cassado"  Wettbewerb 1998 in Spanien und dem Internationalen Lutoslawski  Wettbewerb 1999 in Warschau, erhielt Danjulo Ishizaka 2001 den  1. Preis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Dem anknüpfend folgte im Jahre 2002 der Gewinn des Grand Prix Emanuel Feuermann der Kronberg Academy und der Universität  der Künste Berlin.   

Er gastiert bei bedeutenden Festivals wie dem Kronberg Cello Festival, Schleswig Holstein und Rheingau Musik Festival, Jerusalem Chamber Music Festival, Kissinger Sommer, dem Kammermusikfest  Lockenhaus, BBC Proms, dem Verbier Festival, dem HongKong Arts  Festival und den Osterfestspielen Salzburg. Regelmäßig konzertiert er in Europa, USA, China, Russland und Japan. Im März 2006  debütierte er in der Carnegie Hall New York.   

Er konzertiert mit Künstlern wie Gidon Kremer, Lisa Batiashvili, Tabea Zimmermann, Julia Fischer und Viviane Hagner und renommierten Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Baltimore Symphony Orchestra, dem NHK und  dem Tokyo Symphony Orchestra, dem Royal und dem London Philharmonie Orchestra, der Opera National de Paris, der Academy of St. Martin in the Fields und den Wiener Symphonikern unter Dirigenten wie Gerd Albrecht, John Axelrod, Sir Andrew Davis, Christoph Eschenbach. Lawrence Foster, Michail und Vladimir  Jurowski, Sir Roger Norrington, Christoph Poppen, Mstislaw Rostropovich und Leonard Slatkin. Eine enge Zusammenarbeit  pflegte er mit Mstislav Rostropovich der das Spiel von Danjulo  Ishizaka mit den Worten beschrieb: "phänomenal in seinem techni­schen Können, vollendet in seiner musikalischen Gestaltungskraft". 

Seine Debüt CD herausgegeben von Sony-BMG wurde im Jahr 2006 von der Deutschen Phono Akademie mit dem "Echo Klassik" ausge­zeichnet. Ende 2012 wurde er mit dem Hideo Saito Memorial Fund Award" ausgezeichnet, einem der bedeutendsten Musikpreise Japans. Danjulo Ishizaka ist Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden.   

Danjulo Ishizaka spielte von 2004 - 2014 das Stradivari Cello "Lord Aylesford" (1696) der Nippon Music Foundation, früher gespielt von Gregor Piatigorsky und Janos Starker und wechselte Anfang  2014 auf das Stradivari Cello Peuermann'' (1730) der Nippon Music Foundation, früher gespielt von dem legendären Cellisten  Emanuel Feuermann. Außerdem spielt er das von Wolfgang Schnabl erbaute Cello, welches zuvor von Boris Pergamenschikow gespielt wurde, zur Verfügung gestellt von der Kronberg Academy.