Kandinsky Streichtrio

Zum Konzert am 23. September 2015

„Er ist der größte Meister des Kontrapunktes in Russland“, so Peter Tschaikowskys Urteil über seinen Protégé und Freund Sergei Tane­jew. Kein Wunder also, dass Tanejew, dessen hundertsten Todestag man 2015 gedenkt, sich besonders vom subtilen und filigranen Genre des Streichtrios angezogen fühlte, da es der Poly­phonie großen Entfaltungsspielraum lässt. Die Gattung Streichtrio interessierte im romantischen Zeitalter kaum jemanden. Erst die Kompo­nisten des 20. Jahrhunderts wie Reger, Genzmer, Hindemith, Roussel oder auch Jean Françaix in seiner unverwechselbaren humoristischen Art entdeckten diese Formation wieder.  

Das erste Klavierquartett von Gabriel Fauré mit seinem melodischen Einfallsreichtum und seiner sinnlichen Harmonik gehört zu den am häufigsten aufgeführten Werken der französischen Kammer­­musik. Die Mischung des Klangs der Streichinstrumente und der orchestralen Farben des Klaviers mit seinen tiefen Bässen, dichten Akkorden und seiner rhythmischen Kraft übten auf den Kammer­musiker Fauré einen besonderen Reiz aus und bescherten ihm mit diesem Werk beim Publikum von Beginn an großen Erfolg.


Das Kandinsky Streichtrio, 1990 gegründet, hat sich zum Ziel gemacht, Konventionelles mit unkonventionellem, sogar verschiedene Kunstgattungen miteinander zu verbinden, um der "inneren Notwendigkeit" (Wassily Kandinsky) in der Kunst folgend zu neuen Konzertgestaltungen aufzubrechen. Die freundschaftlich künstlerische Verbindung W. Kandinskys zu A. Schönberg war für das nun zu den international renommierten Ensembles seiner Gattung zählende Streichtrio Ursprung der Namensgebung.

Sein weitgefächertes Repertoire umfasst Werke von A.Willaert, J.S. Bach über das klassisch-romantische Repertoire hin bis zu Webern, Schönberg. Reimann, Pousseur und Uraufführungen zeitgenössischer Werke. Zahlreiche Konzerte führten das Kandinsky Streichtrio durch das europäische Ausland, die GUS-Staaten und die USA.  

Zu den wichtigsten Konzerten zählten in Deutschland in den letzten Jahren u.a. Auftritte beim Rheingau Festival, den Niedersächsischen Musiktagen, dem Heidelberger Frühling, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, Bach-Fest Stuttgart und den Freiburger Albert-Konzerten. Darüber hinaus konzipiert das Ensemble immer wieder Programme, die Literatur und Musik zusammenführen, wie z.B, ein Projekt mit Hanjo Kesting mit Briefen und Werken Mozarts sowie eines mit Hannelore Heger zu E. Jelineks "Die Klavierspielerin". 

Zahlreiche CD-Einspielungen und Aufnahmen für Rundfunkanstalten zeugen vom vielseitigen Repertoire und dem besonderen Stellenwert des Kandinsky Streichtrios.  

Seit 2013 spielt das Ensemble in neuer Besetzung und zwar mit Kathrin Rabus, Erste Konzertmeisterin der NDR-Radiophilharmonie, Volker Jacobsen, ehemals Bratschist des Artemis-Quartetts, heute Professor an der Musikhochschule Hannover und Wen-Sinn Yang, einstiger Solocellist des Symphonieorchesters des Bayrischen Rundfunks, jetzt Professor an der Musikhochschule München.