Das Motto des Jahres 2018.

 

 

 

Von Potsdam nach Paris

 

 


Bedeutsame Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Weltweit gedenkt man dem Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, die Musikwelt steht im Zeichen des 100. Todestages von Claude Debussy. Im Mindener Land wartet man mit Spannung, neben der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm Denkmals, auf die Wiedereröffnung des LWL-Preußenmuseums. Und so möchten wir, quasi als musikalischen „Appetitanreger“ nicht nur für Musikfreunde sondern auch für die an preußischer Geschichte Interessierten, während der MiMiKo-Musiktage vom 10. bis 13. Mai auch Friedrich den Großen zu Wort und Ton kommen lassen. Der preußische Monarch war eben nicht nur ein sehr guter Flötist, der auch für sein Instrument komponierte, sondern er brachte auch das komplette kulturelle Leben nicht nur am preußischen Hofe mit Hilfe seiner fachlichen Kompetenz, seiner Liebe zur Musik und dank seines großzügigen Mäzenatentums auf allerhöchstes europäisches Niveau. Neben Friedrich dem Großen gab es auch noch einige andere musische Talente in der Hohenzollernfamilie, wobei von seinem Neffen Prinz Louis Ferdinand von Preussen, um 1800 ein hochbegabter Klaviervirtuose und -komponist, eine ganz besondere Faszination ausgegangen sein muß!


Im 19. Jahrhundert lief die musikalische Entwicklung in Frankreich und Deutschland immer weiter auseinander: Dort die italienischen und französischen Belcanto-Opern und das leichte und lockere Leben in den vom Virtuosentum geprägten musikalischen Salons, auf deuscher Seite das Pflegen des klassischen Erbes eines Beethovens, die Erhaltung von Tradition, Form und Ordnung und die grandiosen neuen Errungenschaften in den Opern Richard Wagners.


Debussy machte nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber der ausufernden Tonsprache der deutschen Spätromantiker und ihren strengen akademischen Prinzipien, doch auch in seinem Leben gab es mehr als nur die „impressionistische“ Phase: seine frühen Klavierwerke um ca. 1890 standen noch ganz im Zeichen französischer Spätromantik und Salonmusik, in seinen späten Kammermusikwerken, den 3 Sonaten für Violine, Cello und für Flöte, Viola und Harfe kommt eine Tonsprache zum Ausdruck, die den genialen Debussy auch zum Wegbereiter der musikalischen Moderne werden läßt. Wie hätte er wohl weiter komponiert, wenn er nicht am 25. März 1918 schon gestorben wäre?


Im Ersten Weltkrieg standen sich Deutsche und Franzosen als erbitterte Feinde gegenüber, heute steht die deutsch-französische Freundschaft sinnbildlich für den Zusammenhalt eines friedlichen Europas. Nicht zuletzt der mannigfaltige Austausch und die Arbeit von Musikern, Malern und Literaten während der vergangenen 100 Jahre bildeten den Nährboden für den gegenseitigen Respekt und die wechselseitige Faszination zweier großer Kulturnationen.


Neben lokalen Musikergrößen wie der Flötistin Katharina Ehlenbröker-Tönnies, der Sängerin Julia Dadkoush und der Pianistin Vilmante Barahona, erfahrenen Kammermusikspezialisten wie Lena Neudauer oder Gustav Rivinius, dem Auros Trio, dem Rodur Trio und dem brillanten Pianisten Severin von Eckardstein, haben auch wieder internationale Stars ihr Kommen zugesagt. Ganz besonders freue ich mich, Ihnen für unser Eröffnungskonzert am Sonntag den 4. März den amerikanischen Klaviervirtuosen Tzimon Barto ankündigen zu dürfen!


Höhepunkt im April ist unser zweites Gastkonzert im Festsaal von Schloss Bückeburg, dieses Mal zum besonderen Anlass des 70. Geburtstags des Kulturvereins Bückeburg, wir gratulieren herzlich! Das großartige Auryn Quartett, das im Herbst 2015 das Mindener Publikum mit seinem feinsinnigen Spiel so begeisterte, wird dort u.a. mit Schuberts Forellenquintett zu hören sein. Spektakulär dürfte der Auftritt der frisch gekürten ECHOKLASSIK-Preisträger Genova & Dimitrov werden, die am Freitag den 11.Mai im Stadttheater ein fulminantes französisches Klavierprogramm an zwei Klavieren präsentieren! Schließlich und endlich ist es uns gelungen das international erfolgreiche Minguet Quartett für unser Abschlusskonzert im November zu gewinnen, und ich freue mich, diesem so herausragenden Ensemble als Klavierpartnerin für Edward Elgars geniales Klavierquintett als Klavierpartnerin zur Seite zu stehen. 


Liebes Publikum, gehen Sie mit uns auf die Reise von „Potsdam nach Paris“, es wird bestimmt eine ebenso spannende und rasante wie unterhaltsame musikalische Fahrt werden!

Herzlichst, Ihre Almut Preuß-Niemeyer
Künstlerische Leiterin